
Andenken
Am 4. August 1964 wurde im Magazin „Radsport“ ein Brief des Lesers Otto Seiler abgedruckt. Der Berliner schrieb:
„Walter Rütt, das grosse Vorbild für unsere Jugend, durch seine einmaligen Leistungen
nicht nur in Deutschland, sondern in den Radsportlagern der ganzen Welt bekannt und
geehrt, hat uns vor einiger Zeit verlassen; der unerbittliche Tod hat ihn uns geraubt.
Die Feuerbestattung im Krematorium Wilmersdorf nahm einen würdigen Verlauf. Es war
aber äusserst bedauerlich, dass nur die ältere Generation -
Wenige Tage nach Rütts Tod erlebten wir auf der Schöneberger Radrennbahn eine Veranstaltung von Hans Preiskeit. Wer nun geglaubt hatte, zu Ehren des grossen, von uns gegangenen Weltmeisters Walter Rütt würde eine Gedenkminute eingelegt und entsprechende Worte an die Zuschauer gerichtet, wurde leider bitter enttäuscht. Wenn das nun schon Hans Preiskeit nicht für nötig hielt, so konnte man wenigstens annehmen, dass der Wettfahrausschussvorsitzende die Initiative ergreifen und das Versäumte nachholen würde, aber auch von dieser Seite wurde die Totenehrung versagt.
Am Mittwoch, den 8. Juli, veranstaltete der Landesverband Berlin im BDR einen sogenannten
Volksrenntag mit volkstümlichen Preisen. Wir alten Radsportler waren nun der festen
Meinung, dass durch eine unbedingt erforderliche Gedenkminute sowie einige kurze
und konkrete Worte unseres grossen verstorbenen Meisters gedacht würde, aber auch
der BDR hat uns bitter enttäuscht. Zwar mussten die beiden bei den Olympia-
Das Grab von Walter Rütt auf dem Friedhof Steglitz geriet in Vergessenheit und verwilderte. Die schlichte Grabplatte war bald vom Grün überwuchert.
